Blutzucker messen

Blutzucker messen

Bevor Sie eine Blutzuckermessung das erste Mal mit einem neuen Gerät vornehmen, beachten Sie bitte zunächst die Bedienungsanleitung Ihres Gerätes. Bei der Blutzuckerselbstmessung, und auch schon vorab, sind je nach Gerät wichtige Dinge zu beachten, damit Sie ein korrektes Ergebnis Ihres Blutzuckerwertes erhalten (beispielsweise Händewaschen oder Codierung des Gerätes).

Wozu den Blutzucker messen?

Als Diabetiker müssen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker messen, um die Erkrankung im Blick zu behalten und erfolgreich zu managen.

Regelmäßige Blutzuckerkontrollen lassen Sie bei Hypoglykämien und Hyperglykämien rechtzeitig intervenieren und die Behandlungsbedürftigkeit von sich entwickelnden Folgeerkrankungen frühzeitig erkennen.

Wie oft sollte der Blutzucker gemessen werden?

Finden Sie abhängig von Ihrer Lebenssituation die Mitte zwischen zu vielen und zu wenigen Blutzuckermessungen. Unterschiedliche Therapieformen, Stabilität der Stoffwechsellage, berufliche Situation, Stress, sportliche Aktivitäten, Schwangerschaften, Infekte o. ä. erlauben es nicht, allgemeingültige Empfehlungen für die Häufigkeit der Messung zu geben.

Bedenken Sie aber, dass Blutzuckerselbstkontrolle nur dann nützlich ist, wenn sie dazu beiträgt, Ihre Diabetestherapie auch zu unterstützen oder zu verbessern.

Wichtig ist dabei vor allem die Dokumentation der Blutzuckerwerte und einer zugehörigen Bemerkung. Sie haben auch die Möglichkeit, sich Ihre Blutzuckerwerte aus Ihrem Messgerät auslesen zu lassen.

Moderne Software-Lösungen oder auch Applikationen unterstützen Sie dabei.

Wer sollte Blutzucker messen?

Blutzuckermessungen sind bei einer Therapieform mit Insulin wie der ICT unabdingbar. Nur so kann auf Blutzuckerabweichungen rechtzeitig reagiert, die Therapie verbessert und Folgeerkrankungen vermieden werden.

Da Blutzuckerteststreifen ein hoher Kostenfaktor sind, muss ihr Nutzen bei anderen Therapieformen ohne Insulin leider erst gerechtfertigt werden (Stand: Juli 2011).

Diabetes ohne Blutzuckermessen geht allerdings mit einem Verlust der Lebensqualität vieler Typ-2-Diabetiker einher und langfristig führt dies eher zu einem Kostenanstieg.

Welche Blutzuckermessgeräte gibt es?

Es gibt zahlreiche, verschiedene und mittlerweile sehr komfortable Blutzuckermessgeräte.

Die einen ermöglichen ein Messen ohne Teststreifen, andere bestechen durch ihre Reduzierung auf das Wesentliche oder können Daten mit dem Smartphone austauschen.

Der Markt ist groß und vielfältig, jeder hat individuelle Vorlieben und anhand dieser sollten Sie Ihr Messgerät auswählen.

Wie ist die Kostenübernahme der Blutzuckerteststreifen durch die GKV geregelt?

Generell ist eine Kostenübernahme der Blutzuckerteststreifen für Diabetiker gewährleistet. Allerdings hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im März 2011 beschlossen, dass Krankenkassen keine Harn- und Blutzuckerteststreifen mehr für Patienten mit Typ-2-Diabetes, die ohne Insulin therapiert werden, erstatten.

In welchen Einheiten wird der Blutzucker gemessen?

Der Blutzuckerwert wird in der Einheit mg/dl (Beispiel:130 mg/dl = 0,13 % = 1,3 Promille Zucker im Blut) oder mmol/l (Tausendstel Mol pro Liter) gemessen. In den alten Bundesländern wird der Blutzucker vorzugsweise noch in Milligramm pro Deziliter gemessen, in den neuen Bundesländern hingegen häufig in Millimol pro Liter.

Die international übliche Einheit ist das mmol/l.

Was ist der Langzeitblutzucker oder auch HbA1c-Wert?

Der HbA1c-Wert ist so zusagen das Langzeitgedächtnis Ihres Blutzuckers und wird u. a. zur Verlaufskontrolle verwendet (Durchschnittsblutzuckerwert der letzten sechs bis acht Wochen).

Stoffwechselgesunde verzeichnen einen Wert von etwa 4–6 %, Diabetiker sollten im Idealfall etwa zwischen 6,5–7,5 % liegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein guter HbA1c-Wert sich auch aus sehr hohen und niedrigen Blutzuckerwerten zusammensetzen kann.

HbA1c wird auch als Glykohämoglobin bezeichnet und ist der rote Blutfarbstoff, der an Glukose gebunden wird, was vom Wert des Blutzuckers abhängig ist. Seit dem 1. April 2010 gilt statt Prozent die internationale und genauere Maßeinheit mmol/mol.

Bisher wurden HbA1c-Werte immer in der Einheit % angegeben (z. B. als 7,5%). Seit einiger Zeit wird jedoch die neue Einheit mmol/mol verwendet. Die nachfolgende Tabelle gibt die gegenseitige Umrechnung dieser Werte an:

Was ist die kontinuierliche Blutzuckermessung (CGM)?

Ein sog. CGM-System misst die Glukosekonzentration in der Unterhautgewebs-
flüssigkeit (nicht die Blutglukose) kontinuierlich (etwa alle drei Minuten, 24 Std. pro Tag). Auf dem Display erhalten Sie ein Abbild Ihrer Werte, zudem einen Glukoseverlauf, sodass Sie beispielsweise bei Gefahr einer aufkommenden Hypoglykämie rechtzeitig agieren können.

Eine Messung im Blut wäre noch etwas genauer, ist aber deutlich komplizierter. Die kleine „Ungenauigkeit“ fällt dann auf, wenn der Blutzucker sich sehr schnell verändert, dies geht mit einer zeitlichen Differenz von etwa zehn Minuten einher. Eine Kalibrierung mit einem Blutzuckermessgerät ist demnach zwingend notwendig.

Das CGM-System ist das optimale Gerät, um Therapieunsicherheiten aufzudecken. Es könnte Bestandteil einer eventuell in Zukunft entstehenden künstlichen Bauchspeicheldrüse sein. Derzeit sind Gerät und laufende Kosten sehr hoch (Stand: Juni 2011).

Es besteht allerdings die Möglichkeit, sich ein CGM-System über mehrere Tage auszuleihen (informieren Sie sich bei Ihrem Arzt). So erhalten Sie ein 24-Stunden-Profil Ihres Blutzuckers und Sie können Therapiefehler ggf. eliminieren.

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