Ernährung - Ist eine spezielle Ernährung erforderlich?

Ernährung

Ist eine spezielle Ernährung erforderlich?

Grundsätzlich nicht. Es muss auf nichts verzichtet werden - allerdings gilt besonders: alles in Maßen. Kalorien müssen der körperlichen Tätigkeit angemessen sein. 

Typ-1-Diabetiker: Mit einer kohlenhydratdefinierten Ernährung lassen sich Blutzuckerwerte gut führen und stabil halten. Eine ballaststoffreiche Kost mit "langsam" aufgenommenen Kohlenhydraten kann beispielsweise langsame Blutzuckeranstiege bewirken und ist zu bevorzugen. 

Typ-2-Diabetiker: Wenn Sie Typ-2 sind und übergewichtig, haben ggf. erhöhten Blutdruck, veränderte Blutfette und eine Insulinresistenz, sollten Sie Ihre Ernährung schleunigst überdenken, denn damit leiden Sie bereits am Metabolischen Syndrom. Letzteres, welches auch als tödliches Quartett bezeichnet wird, ist ein hoher Risikofaktor für Herzkrankheiten.

Was tun bei Übergewicht?

Sagen Sie Ihren Pfunden mit einer gesunden Kombination aus Ernährung und Bewegung in Absprache mit Ihrem Arzt und einem Diät-Assistenten/-berater langsam und gezielt den Kampf an.

Setzen Sie sich zudem ein klares und realistisches Ziel, bis wann Sie beispielsweise wieder in Ihr Lieblingskleidungsstück passen und sich wieder wohler in Ihrer Haut fühlen möchten. Führen Sie sich dieses Ziel immer wieder vor Augen.

Nehmen Sie sich das Sprichwort zu Herzen: „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“ und bringen Sie Geduld auf. Ein Trennen von Gewohnheiten, was mit der Ernährungsumstellung einhergeht, ist schwieriger umzusetzen, als man denkt.

Geißeln Sie sich deshalb auch nicht zu sehr, das raubt Ihnen die Motivation und lässt Sie eventuell scheitern. Und eine allzu schnelle Abnahme bringt den Stoffwechsel durcheinander und führt zum bekannten Jo-Jo-Effekt.

Blutzucker "strenger" im Blick halten

Bedenken Sie auch, dass Sie Ihren Blutzucker bei einer Ernährungsumstellung „strenger“ im Blick behalten und öfter messen müssen, da eine Gewichtsreduktion meist mit einer Medikamenten- bzw. Insulinreduzierung einhergeht.

Naschen in Maßen ist erlaubt

Verzichten Sie nicht komplett auf Leckereien, gönnen Sie sich Letztere ruhig, aber in Maßen. Halten Sie sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), um optimal mit allen Nährstoffen versorgt zu sein.

Gibt es Dinge, die Diabetiker auf keinen Fall essen sollten?

Für Diabetiker gelten die gleichen Richtlinien bei der Ernährung wie für Stoffwechselgesunde auch. Halten Sie sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Zusätzlich müssen Sie Ihren Blutzucker überwachen und viel protokollieren, da eine eventuelle Reduzierung Ihrer Medikamentendosis erforderlich ist.

Spezielle diätetische oder für Diabetiker geeignete Lebensmittel werden nicht (mehr) empfohlen, da kein Nutzen nachweisbar ist.

Traubenzucker, zuckerreiche Limonaden oder ähnliche Lebensmittel, die den Einfachzucker Glukose enthalten, sind für Diabetiker nicht sehr vorteilhaft, weil sie den Blutzucker sehr schnell und stark ansteigen lassen und weniger sättigen. Nur im Falle einer Hypoglykämie können sie Schlimmeres verhindern.

Was sollte man essen?

Jeder Nährstoff erfüllt wichtige Funktionen im Organismus. Daher ist es wichtig, diese richtig zusammenzustellen.

Kohlenhydrate dienen beispielsweise der schnellen Energiegewinnung, Eiweiße als Bausteine für Körperzellen und Hormone und Ballaststoffe regen den Magen-Darm-Trakt an. Aber auch Fette sind lebenswichtig. Vitamine und Mineralstoffe müssen wir auch ausreichend zu uns nehmen, allerdings nicht in zu großen Mengen. Dies kann Hypervitaminosen hervorrufen.

Befolgen Sie die Richtlinien der DGE und/oder lassen Sie sich besser noch einen individuellen Ernährungsplan von einem Diabetes-/Diätassistenten oder Ernährungsberater, beispielsweise in Ihrer Arztpraxis, erstellen.

Einige Ernährungsempfehlungen kann man jedem an die Hand geben, jedoch sollte auch auf die individuellen Faktoren wie Stoffwechsellage, Unverträglichkeiten, Allergien, Beruf, Alltag und Aktivitäten eingegangen werden.

Macht Insulin dick?

Nahrung wird im Körper zu Glukose abgebaut und in der Blutbahn aufgenommen. Die Glukose muss dann weiter in die Zellen transportiert werden, wo der Körper sie auch als Energie nutzen kann. Dazu brauchen wir Insulin, welches Zugang zu den Zellen gewährt. Deshalb müssen Diabetiker dieses insbesondere zu kohlenhydratreichen Mahlzeiten spritzen.

Hat der Körper nicht genügend Insulin zur Verfügung, wird Fett zur Energiegewinnung herangezogen, wobei Stoffwechselabbauprodukte wie Ketokörper entstehen, die zur lebensgefährlichen Ketoazidose führen können (diabetisches Koma). Ein hoher Insulinspiegel im Gegenzug, setzt die Fettverbrennung für mehrere Stunden herab und kann zu Hypoglykämien führen, denen mit Traubenzucker oder Vergleichbarem entgegengewirkt werden muss. Ein ausgeglichener Blutzuckerverlauf, der auf ständiges zusätzliches Korrekturinsulin verzichten kann, ist somit optimal und erleichtert zu dem die Fettverbrennung.

Wir brauchen Insulin, um überleben zu können. Eine Grundversorgung ist nötig, damit alle Funktionen im Organismus korrekt ablaufen können. Der Körper benötigt zusätzlich Insulin, wenn wir Nahrung zu uns nehmen, um diese wie oben beschrieben verwerten zu können. Je mehr Nahrung bzw. Kohlenhydrate wir zu uns nehmen, desto mehr Insulin muss verabreicht werden. Es ist also nicht das Insulin, was uns dick macht, sondern das „Mehr“ an Nahrung.

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