Mein Kind hat Diabetes

Liebe Eltern,

„es wird anders“ – das spüren Sie seit der Diabetesdiagnose Ihres Kindes. Als selbst betroffene Mutter darf ich sagen: „Ja, es wird anders“. Das kann ich Ihnen versprechen! Nicht besser – aber anders!

Wir haben bei unserem Sohn ebenfalls die Diagnose „Typ-1-Diabetes“ bekommen – er war damals dreieinhalb Jahre alt. Das hat unser Leben völlig umgekrempelt und uns als Familie sehr getroffen.

Ihr jetziges Gefühlschaos, ihre Ängste und ihre Sorgen kann ich daher sehr gut verstehen. Es braucht Zeit, in der Diagnose anzukommen und seine Gefühle zu sortieren. Es braucht auch Zeit, um die Krankheit zu verstehen und zu akzeptieren.

Unsere Kinder sind großartige kleine Kämpfer, die schon sehr früh viel Disziplin an den Tag legen müssen und dadurch doch auch etwas von ihrer Unbeschwertheit ablegen.

Unsere Kinder können und werden alles schaffen, auch wenn man es sich am Anfang noch nicht vorstellen kann: Diabetes wird bei ihnen irgendwann nur noch eine Nebenrolle spielen – eine bedeutsame Rolle, aber eben keine Hauptrolle mehr!

Wir sind für Sie da!

Ihre

Heike Steck / DBW, Ressort Jugend und Familie

Aller Anfang ist schwer?!

Die Diabeteserkrankung eines Kindes trifft die ganze Familie. Die täglichen Therapieanforderungen können den Lebensalltag von Eltern, Geschwistern und Großeltern verändern.

Es ist für Ihr Kind wichtig, von Anfang an am Diabetes-Management mitzuwirken. Die Kinder fangen schon sehr früh an, sich den Blutzucker selbst messen zu wollen. Je früher die Kinder sich als kompetent erleben, das Gefühl bekommen, es sehr gut zu machen, desto eher nehmen Sie den Diabetes als einen Teil ihres Lebens an. Mit kindergerechten Schulungen zum Blutzucker messen und Insulin spritzen schaffen es die Kinder sehr schnell (auch im Kindergarten) ihr Blutzuckermessgerät selbständig zu bedienen.  Bremsen Sie Ihr Kind hier nicht aus.

Geben Sie Ihrem Kind immer ein Stück mehr Verantwortung ab – so unterstützen Sie es schrittweise und spielerisch, später auch eigenverantwortlich, den Diabetes zu managen. In der Regel gehen Kinder ab einem Alter von 12-14 Jahren selbständig mit Ihrer Erkrankung um.

Sie haben hierzu Fragen? Gerne helfen wir Ihnen!

Gespräche suchen – Sie sind nicht allein!

Sprechen Sie mit dem Arzt, betroffenen Eltern und erfahrenen Typ-1-Diabetikern.

Nach der Diagnose ist es wichtig, mit dem Arzt und den betreuenden Diabetesberater/innen zu sprechen, vor allem um die medizinischen Fragen zu klären, sich Behandlungsziele zu setzen und um die Erkrankung besser verstehen zu können. Diabetes ist 24 Stunden präsent. Suchen Sie Kontakt zu anderen betroffenen Eltern, zu Selbsthilfegruppen vor Ort oder sprechen Sie mit erfahrenen Typ-1-Diabetikern. So wird es Ihnen schnell gelingen, sich im Alltag gut zurecht zu finden und Ihre Ängste abzubauen.

Ansprechpartner und Selbsthilfegruppen sind bestimmt in der Nähe. Fragen Sie uns! Wir helfen Ihnen weiter.

Wenn Sie aus der Klinik entlassen werden ist zunächst noch alles neu – man fühlt sich oftmals überfordert! Sie sind durch die Schulungen in der Klinik umfassend mit Wissen gefüttert – der Alltag bringt die Praxis und Routine und Sie werden nach und nach zum „Experten in eigener Sache“. Vertrauen Sie auf sich und Ihre Fähigkeiten und tauschen Sie sich aus mit anderen! Es gibt natürlich immer wieder Möglichkeiten, ihr Wissen aufzufrischen und zu vertiefen – es gibt eine Vielzahl von Schulungsmöglichkeiten.

Kind und Schule ...

Es ist auf alle Fälle wichtig, dass Erzieher und Lehrer über die Erkrankung gut informiert sind. Nur so können Ängste bei den betreuenden Personen abgebaut werden und einer schönen, unbeschwerten Kindergarten- und Schulzeit steht der Diabetes nicht mehr im Wege.

Auch die Information der anderen Eltern in der Klasse und, je nach Alter, auch der Mitschüler, kann empfehlenswert sein und Vorbehalte abbauen helfen.

Schulungen für Erzieher und Lehrer werden häufig vom betreuenden Diabetes-Team aus der Klinik durchgeführt. Sollte dies nicht möglich sein, wenden Sie sich gerne an uns! Auch wir vom DBW führen solche Schulungen durch.

Mehr Informationen erhalten Sie in den Sozial-Infos Nr. 13 und 17.

Rufen Sie uns gerne an!


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Geschwisterkinder ...

Durch die notwendige größere Zuwendung zur Unterstützung der Krankheit Ihres Kindes kann es vorkommen, dass Geschwisterkinder manchmal das Gefühl haben, zu wenig Aufmerksamkeit von den Eltern zu bekommen. Sie fühlen sich dann vielleicht ungerecht behandelt und werden aggressiv gegen den Rest der Familie.

Es ist wichtig, dass Eltern alle Kinder gleichermaßen wahr- bzw. wichtig nehmen. Bei gleichgeschlechtlichen Kindern ist der emotionale Aufwand, ein harmonisches Familienleben zu schaffen für die Eltern etwas höher, als bei Bruder und Schwester.

Auch Altersunterschiede spielen eine Rolle. Die Älteren erleben die Sorgen und den Kummer der Eltern möglicherweise bewusster.

Oftmals möchten Geschwisterkinder beim Diabetes-Management eine Rolle spielen. Sie möchten das Diabetes-Kind beschützen und helfen! Das ist toll, hilft bei Eifersucht und sollte unbedingt gefördert werden. Auch so ist das Kind mit eingebunden und kann schon kleine Aufgaben übernehmen (kleine Geschwister können z.B. Tupfer reichen oder das Desinfektionsspray).

Für uns im DBW sind die Geschwisterkinder ebenso wichtig – bei all unseren Veranstaltungen und Freizeiten für Kinder mit Typ-1-Diabetes sind immer auch die Geschwisterkinder willkommen und herzlich eingeladen!  

Kinder und Reha ...

Durch die chronische Erkrankung Ihres Kindes haben Sie die Möglichkeit, alle 2 Jahre an einer Kinder-Rehabilitationsmaßnahme teilzunehmen. Es gibt Reha-Einrichtungen, die sich auf Typ-1-Diabetes bei Kindern spezialisiert haben. Die Dauer einer Reha-Maßnahme beläuft sich auf 4 Wochen. Geschwisterkinder können als Begleitkinder mitgenommen werden.

Wenn Sie Ihr Kind zu einer Reha-Maßnahme begleiten möchten, ist dies bis zum Alter von ca. 10 Jahren normalerweise problemlos möglich. Hier kommt es auf die Akzeptanz der Erkrankung beim Kind, dessen Selbstständigkeit im Umgang mit der Erkrankung und auch den Zeitpunkt der Manifestation an. Bitte beachten Sie, dass Sie sich, falls Sie dies wünschen, bei der Beantragung der Reha-Maßnahme als Begleitperson mit anmelden.

Die Beantragung einer solchen Kinder-Reha läuft in der Regel über den Rentenversicherungsträger und den Kinderarzt. Der Kinderarzt ist einweisender Arzt und nicht der Kinder-Diabetologe (von diesem werden nur die Unterlagen benötigt und eingereicht). Abweichungen sind natürlich immer möglich.

Eine Kinder-Reha stärkt den Umgang mit der Erkrankung bei den Kindern enorm – sie sind in einer Gruppe von Kindern mit der gleichen Erkrankung – sie fühlen sich dort sehr wohl und sind „einer unter vielen“. Die intensiven Schulungen auch für Eltern geben zusätzlich Sicherheit im Alltag oder auch in ganz speziellen Situationen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir an dieser Stelle keine Beurteilung oder Empfehlung einer speziellen Klinik aussprechen können.

www.deutsche-rentenversicherung.de

Stiftung Dianiño

Die Dianiño Nanny sucht betroffene Familien auf, wenn Krisen, Probleme oder Notfälle die Versorgung Ihres erkrankten Kindes gefährdet. Bundesweit stehen fast 300 Dianiño Nannies für Einsätze bereit.

Die Dianiño Nannies
●  schulen Lehrer, Betreuer und Verwandte des Kindes.
●  unterstützen bei der Diabetesbehandlung im und außer Haus.
●  überbrücken Notsituationen wie z.B. Krankheit, Tod oder Trennung.
●  helfen zu Hause bei seelischen Belastungen von Eltern und Kindern.
●  informieren Mitschüler und das soziale Umfeld

Die Dianiño Nanny arbeitet in Kooperation und in Absprache mit Ihrem betreuenden Arzt und Ihrem Diabetes-Team. Sie hat vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Diabetes bei Kindern. Die Dianiño Nanny ist bei Bedarf eine gezielte Ergänzung der häuslichen Diabetes-Versorgung bei Kindern und Jugendlichen.

Seit 2006 konnten die Dianiño Nannies in mehreren tausend Einsatzstunden das Leid von "kleinen Helden" lindern. Die Betreuung durch eine Dianiño Nanny vor Ort ist sowohl für die Familie als auch für die betreuende Einrichtung kostenlos.

http://www.stiftung-dianino.de/home/

Sozial-Infos

Folgende Sozial-Infos stehen zur Verfügung:

  1. Geld zurück von der Krankenkasse? Zuzahlung / Härtefallregelungen
  2. Blutzuckerteststreifen / Hilfsmittel
  3. Abfall? Recycling!
  4. Das Schwerbehindertenrecht - Wissenswertes für Diabetiker
  5. Diabetes und Straßenverkehr
  6. Auslandsreisen, Reisekrankenversicherung
  7. Das ist mein gutes Recht
  8. Mehrsprachige ärztliche Bescheinigung
  9. Kinder, Jugendliche
  10. Tipps, um Steuern zu sparen
  11. Die Pflegeversicherung
  12. Privat Krankenversicherung
  13. Kinder und Jugendliche mit Diabetes - Hinweise für Schule und Kindergarten
  14. Sozialhilfe, ALG II
  15. Versicherungen
  16. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
  17. Kindergarten, Schule, Studium
  18. Menschen mit Diabetes - Hinweise für Angehörige und Freunde
  19. Diabetes und Beruf


Mitglieder erhalten die Sozial-Infos auf Wunsch kostenlos. Für Nichtmitglieder erheben wir einen Kostenbeitrag von 1 € zzgl. Versandkosten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Mitglied werden. Als Mitglied profitieren Sie von unseren Leistungen und gleichzeitig sind wir stärker als Verbund gegenüber Politik, Krankenkassen usw. was die Durchsetzung der Rechte als Diabetiker betrifft.

Weitere Infos für

Förderer

Werden Sie Fördermitglied

Wir freuen uns über jede Unterstützung und informieren unsere Mitglieder über Ihre Mitgliedschaft. Ehrenamtlich und engagiert setzen wir uns für die Interessen der von Diabetes betroffenen Menschen ein. Ihr Beitrag hilft allen. Machen Sie mit!

 

Diabetes-Schulungen

für Kinder und Jugendliche im Klinikum Konstanz - Anerkannte Schulungs- und Behandlungseinrichtung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) - Flyer mit Terminen

Fußballcamp 2017

mit dem KSC - für Jungen und Mädchen zwischen 8 und 15 Jahren -->Flyer

Segeln für 13-17 Jährige

Diabetes - unter extremen Bedingungen im Griff - Segeln – Diabetes-Wochenende auf dem Bodensee für 13-17 jährige Jungs und Mädels vom 21.-23. Juli 2017 - Information 0721-68078640 oder Flyer lesen

Diabetes-Buch für Kinder

Lese und staune wie Jan und seine 12 Jährige Freundin lernen mit Diabetes umzugehen - mehr

Daniel Schnelting

Sport-Talent, Sprinter, Typ1-Diabetiker

DBW Diabetiker
Baden-Württemberg e. V.

Karlstraße 49a
76133 Karlsruhe
Tel: 0721 68 07 864-0
Fax: 0721 68 07 864-9
E-Mail: info@diabetiker-bw.de