Bewegung und Sport

Verfasst von: Dr. Albrecht Dapp (Internist und Diabetologe)

Bewegung macht Spaß und ist gesund 

Zum guten Leben mit Diabetes gehört Bewegung. Sie stärkt nicht nur das Wohlbefinden, sondern bildet auch einen wichtigen Pfeiler der Therapie. Dabei muss Einiges beachtet werden, damit Bewegung und Sport ohne unliebsame Erfahrungen ausgeübt werden können.

Körperlicher Einfluss von Sport und Bewegung 

Unser Körper benötigt ständig Energie, ganz besonders bei jeder Bewegung. Diese Energie wird überwiegend aus Traubenzucker (Glukose) bereitgestellt. Vermehrte Bewegung / Sport verbraucht einen erheblichen Teil des Traubenzuckers im Blut, dadurch sinkt ein erhöhter Blutzuckerspiegel ab, sofern nicht Glukose nachgeliefert wird. 

Für Menschen mit Diabetes ist dieses Thema vor allem deshalb bedeutsam, weil Bewegung (z.B. Ausdauersportarten) und eine passende Ernährung wichtige Eckpfeiler einer effektiven Diabetesbehandlung darstellen. Zusammen sind diese beiden die Grundlage jeder Diabetestherapie, gleich welchen Diabetestyps. Sport stärkt auch das Selbstbewusstsein, sorgt für ein besseres allgemeines Wohlbefinden. Darüber hinaus bewirken Sie mit Bewegung viel Gutes für Ihre Blutzuckerwerte, Blutfette, Blutdruck und das Herz-Kreislauf-System. Eine bewegungsbetonte Lebensweise kann nachweislich das Leben verlängern. Ein erhöhter Blutdruck kann sinken, so dass Sie weniger Medikamente benötigen 

Beginnen Sie langsam mit dem Sport und steigern Sie die Intensität allmählich: Walken Sie beispielsweise erst einmal, bevor Sie mit dem Joggen beginnen. Um die Bewegungsart und Belastungsintensität auf das Körpergewicht, den Gesundheitszustand und Blutzuckerstatus abzustimmen ist eine vorausgehende ärztliche Besprechung, Untersuchung und Überwachung anzuraten. Diese berücksichtigt eventuell bereits vorhandene Folgeschäden des Diabetes. Sehr günstig ist es, Sport und Bewegung in einer Diabetes-Reha-Sportgruppe zu beginnen, unter der Anleitung und Überwachung einer / eines erfahrenen Übungsleiterin / Übungsleiters.  

Sport und körperliche Aktivität bei Diabetes

Der Energieverbrauch während körperlicher Belastung führt dazu, dass durch die Belastung, aber auch noch danach die Zuckerwerte durch höheren Verbrauch absinken. Denn die im Körper und auch besonders in den Muskelzellen normalerweise gespeicherten Vorräte (Glykogen) werden wieder aus dem Blut aufgefüllt. „Die Nacht danach“ ist bedeutsam und muss bei der Behandlung berücksichtigt werden. Daher sind grundsätzlich häufigere Zuckerkontrollen wichtig, besonders bei einer Therapie mit Unterzucker-Risiko. 

Alkohol kann die Nachlieferung von körpereigenem Zucker aus den Reserven behindern und zu schweren Unterzuckerungen führen.  

Die Symptome einer Unterzuckerung müssen bekannt sein und bedacht werden. Für den Fall aller Fälle sollten „schnelle“ Kohlenhydrate und eventuell sogar ein Medikament gegen Unterzucker (Glukagon) griffbereit sein. 

Auch Alltagsbewegung (im Beruf, Freizeit, Shopping) kann durchaus bedeutsame Zuckersenkungen bewirken. 

Was gibt es bei Typ-1-Diabetes zu beachten?

Kontrollieren Sie bei Sport Ihren Zuckerspiegel regelmäßig. Das geht am besten mit kontinuierlicher Glukosemessung. Und lernen Sie dabei sich und Ihr Stoffwechselverhalten bei der Belastung kennen. Die Auswirkungen auf den Stoffwechsel sind stark von der Intensität und der Dauer der Anstrengung wie auch Ihres Trainingszustands abhängig. Bei starker Belastung ist es keineswegs sicher, dass der Zucker abfällt. Vielmehr kann das Adrenalin den Zucker sogar deutlich ansteigen lassen. Passen Sie dementsprechend Ihre Insulintherapie an, am besten durch Übung und aufmerksames Beobachten. Achten Sie darauf, genug zu trinken, bzw. eher mehr.  

Sie können jegliche Sportart ausüben. Auf extreme Sportarten wie z. B. Drachenfliegen, Fallschirmspringen, Tauchen usw. sollten Sie ohne sehr große Erfahrung eher verzichten.  

Was gibt es bei Typ-2-Diabetes zu beachten?

Körperliche Aktivität bzw. Sport geht grundsätzlich mit einer Verbesserung der Zuckerverwertung und einer Erhöhung der Insulinempfindlichkeit einher. Das vorhandene Insulin wirkt dann an den Zielzellen besser und daher vermindert sich der Insulinbedarf. Dies betrifft auch Ihr noch selbst produziertes Insulin. Daher muss auch bei Typ-2-Diabetes bei Bewegung eventuell die medikamentöse Behandlung (Tabletten oder Insulin) angepasst werden. 

Ein zusätzlicher Energieverbrauch durch vermehrte Bewegung hilft Übergewicht abzubauen. Zudem wird durch regelmäßige Bewegung die vorhandene Muskulatur gestärkt, aufgebaut und verbraucht Energie.

Zusammenfassung

Regelmäßige Bewegung ist wichtiger Bestandteil eines guten Lebens mit Diabetes. Wegen der etwas unterschiedlichen Auswirkungen von Bewegung auf den Zuckerstoffwechsel ist es wichtig, diese Auswirkungen zu berücksichtigen und bewusst und kontrolliert mit Bewegung umzugehen.  

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Zuletzt aktualisiert am: 20.07.2026

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