Norbert ist ein echter Typ 1
49 Jahre Diabetes Typ 1 und aktiv Sport ausgeübt und gemanagt - vom Urinteststreifen zur Insulinpumpe mit AID
49 Jahre Typ-1-Diabetes als ständiger Begleiter, im Leben und beim Sport, 24 Stunden am Tag, und dabei Sport gemanagt: Anfangs viele Jahre nur mit Urin-Glucose-Teststreifen, dann viele Jahre mit Blutzucker-Teststäbchen, entsprechend auf der Farbskala abzuschätzen, dann viele Jahre mit Blutzucker-Teststäbchen und Blutzuckermessgerät, dann ca. 12 Jahre nur mit Insulinpumpe, heute (inzwischen ca. 10 Jahre) zusätzlich mit CGM.
Wie es begann
Mit 21 Jahren wurde ich 1976 wegen unstillbarem Durst mit Verdacht auf Lungenembolie in die Notaufnahme eingeliefert. Die Diagnose Diabetes Typ 1 hat für immer mein Leben verändert und begleitet mich seither non stop, 24 Stunden am Tag.
Die Klinik legte eine Insulindosierung fest, entsprechend dieser sollte ich mir das Insulin täglich spritzen und das Essen anpassen. Nicht nur der Menge nach, sondern auch die Uhrzeiten wurden festgelegt. Mit einem schlechten Gewissen und dem Gefühl, bei jedem Bissen zu sündigen, habe ich die Therapie nicht eingehalten.
Bei zu hohem Zuckerwert wurden vom Arzt die „vielen kleinen Sünden“, Verbotenes zu essen, als Ursache genannt.
Gesündigt hat immer der Patient, also ich, nie der Arzt, weil er die Therapie nicht besser gestaltet hat, oder weil andere Faktoren noch dazu beigetragen haben, dass es nicht klappte.
Anfangs wollte ich meinen Diabetes geheim halten
Ich wollte es nicht wahrhaben, dass ich Diabetes habe und meinen Diabetes verstecken. Wie kann ich meinen Diabetes verstecken? Das ist nicht so schwer, wenn man sich nicht an die vorgegebene Therapie hält. Ich hatte kaum Ahnung, wie Insulin und Ernährung zusammenhängen, und keine Schulung, wie sie es heute gibt. Es gab erlaubte und verbotene Lebensmittel und für jeden Tag das gleiche fest vorgegebene Insulin-Spritz-Schema.
Immerhin kam ich auf die Idee, das Insulin variabel zu spritzen, und dabei Zeit und Dosis meinem Leben anzupassen. In heutiger Fachsprache nennt man das ICT, was heute eine perfekte Grundlage ist, um mit der Insulinpumpe und dem entsprechenden Insulin optimale Werte zu erreichen.
Wenn ich zu viel verbotene Lebensmittel, wie Bier, Kuchen, Knabbergebäck usw. gegessen hatte, was sehr oft vorkam, habe ich verbotenerweise einfach mehr Insulin gespritzt, wieviel Einheiten, konnte ich schon gut abschätzen bzw. berechnen. Mit dieser eigenen Therapie waren meine Werte dann einigermaßen in Ordnung, wenn diese gelegentlich in der Arztpraxis kontrollierend gemessen wurden.






