Die vierjährige Sina ist neu an Diabetes erkrankt. Sie benötigt bei allen Behandlungsmaßnahmen die Unterstützung von Erwachsenen – auch im Kindergarten. Tom ist acht Jahre alt, hat seit drei Jahren Diabetes und geht in die zweite Klasse. Seine Insulinpumpe und sein Blutzuckermessgerät bedient er selbständig. Die Interpretation der angezeigten zwei- oder dreistelligen Blutzuckerwerte und die Ermittlung der nötigen Insulindosis zum Abdecken einer Mahlzeit überfordern jedoch seine Rechenkünste. Deshalb benötigt auch er während des Schulbesuchs noch Unterstützung seiner Lehrer. Sinas Erzieherinnen wie auch Toms Lehrer sind sehr skeptisch und lehnen die von den Eltern gewünschte Hilfe ab.
Solche oder ähnliche Situationen werden den Verantwortlichen des Diabetiker Baden-Württemberg e.V. (DBW) immer wieder berichtet, nicht nur früher, vor zehn oder zwanzig Jahren, sondern auch heute noch. Deshalb waren sie froh, als sie das Angebot eines externen Anbieters für eine Lehrerfortbildung zu Diabetes bei Kindern erhielten. Schnell erkannten sie jedoch einige Mängel:
- Die Fortbildungen wurden an einem zentralen Ort geplant und waren mit langen Anreisen für die Lehrkräfte verbunden.
- Sie sollten einmal jährlich stattfinden. Aber nicht zu dem Zeitpunkt, an dem ein Kind mit Diabetes in die Klasse aufgenommen wurde oder neu erkrankt war.
- Die Schulung war nicht für Kindertagesstätten vorgesehen.
DBW-Vorstandsmitglied und Sozialreferent Reiner Hub, der immer wieder mit entsprechenden Anfragen von Eltern konfrontiert war, schlug dem DBW-Vorstand deshalb vor, eine eigene Fortbildung aufzubauen, die diese Mängel vermied: Sie sollte vor Ort passend zum Zeitpunkt des Bedarfs und auch in Kindergärten stattfinden. DIAschulisch war geboren.
Es dauerte noch eine Weile, bis die Planungen abgeschlossen, Schulungsunterlagen erstellt und Fortbildungspersonal gefunden waren. Auch musste mit der IKK classic verhandelt werden, die während der ersten Jahre das Projekt bezuschusste.
Im Jahr 2016 fanden probeweise zwei solcher Fortbildungen statt, die sich sofort bewährten. Im Jahr 2017 konnte dann voll durchgestartet werden. Seither gehen Jahr für Jahr Diabetesberaterinnen, selbst von Typ-1-Diabetes betroffene Erziehungs- und Lehrkräfte oder erfahrene Eltern eines an Diabetes erkrankten Kindes vor Ort in Kindertagesstätten oder Schulen und informieren ausführlich über Diabetes bei Kindern, klären über schul- und haftungsrechtliche Fragen auf und geben Tipps zum Umgang mit dem Diabetes im Kindergarten- und Schulalltag.
DIAschulisch schafft so Sicherheit und fördert die Bereitschaft, betroffene Kinder im Schul- und Kitaalltag kompetent zu unterstützen. Kindern und Jugendlichen mit Diabetes wird eine möglichst normale und selbstbestimmte Teilhabe am Kita- und Schulalltag ermöglicht. Erziehungs- und Lehrkräften wird die Angst vor dem Unbekannten genommen wie auch die Sorge vor rechtlichen Konsequenzen. Die Scheu, Kinder mit Diabetes auf Ausflüge oder Klassenfahrten mitzunehmen, wird abgebaut. Dies bestätigen viele positive Rückmeldungen, die wir sowohl von Eltern als auch von Erziehungs- und Lehrkräften bekommen. Obendrein konnte im Jahr 2024 eine Lehramtsstudentin im Rahmen ihrer Masterarbeit eine signifikante Verringerung der bei Lehrkräften vorhandenen Ängste und eine deutliche Verbesserung ihrer Handlungskompetenz nachweisen.
Seit dem Start von DIAschulisch im Jahr 2016 wurden bis heute bei annähernd 500 Veranstaltungen weit über 6.000 Erziehungs- und Lehrkräfte in Baden-Württemberg erfolgreich informiert.
Ein Problem bleibt jedoch: Die umfangreiche Projektförderung durch die IKK classic ist wenige Jahre nach dem Start von DIAschulisch ausgelaufen. Seitdem müssen sich Schulen und Kindergärten an den Kosten der Schulungen beteiligen, was für die Träger nicht immer einfach möglich ist. Der DBW würde im Interesse der Kinder DIAschulisch gerne kostenfrei anbieten; ihm sind als gemeinnütziger Verein hier jedoch enge Grenzen gesetzt. Deshalb ist man ständig auf der Suche nach einem regelmäßigen Spendeneingang, der es ermöglicht, die Kosten einigermaßen abzudecken. Vielleicht möchten auch Sie helfen?
Spendenkonto: IBAN DE46 3702 0500 0008 7051 51 bei der SozialBank AG
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Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
Reiner Hub, Vorstandsmitglied DBW und Sozialreferent DDF


