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Bericht einer Reise nach Island mit Diabetes

Als wir für den diesjährigen Pfingsturlaub unsere Islandreise geplant haben, hatten wir mit einigen Abenteuern gerechnet, mit den zusätzlichen Diabetesabenteuern aber eigentlich nicht…

isländischer Wasserfall

Ein Wasserfall von vielen...

Arm mit einem abgeklebten Sensor

Sicherheitshalber abgeklebter Sensor

Ein Fluss mit warmen Wasser auf Island

Baden im warmen Fluss mit gut gesichertem Sensor

Blutzuckermessung auf Wanderung

Blutzuckermessung auf der Wanderung

ein Boot in einer Bucht

Hot Tub in einem Boot

Eine Reise mit Diabetes will ja immer gut vorbereitet sein, und so haben wir bereits Monate vorher das erste Mal mit dem Diabetologen unseres Sohnes über den Urlaub gesprochen.

Wir fahren oft in Urlaub, aber dieses Mal war klar, dass es bei einer Wohnmobiltour durch Island doch noch einiges hinsichtlich Diabetes zu beachten gilt.

Unsere größte Sorge war, dass die Pumpe ausfallen könnte, und wir eine praktikable Lösung vor Ort brauchen würden, da es nur wenige größere Orte gibt und ein Zusenden einer Ersatzpumpe sehr schwierig geworden wäre, auch aufgrund unserer Rundreise, die uns täglich an neue Orte gebracht hat.

Da unser Sohn mehrere Jahre lang mit dem Pen gespritzt hat und sich damit auch sehr sicher fühlt, planten wir also mit dem Diabetesteam eine Alternative Pentheraphie, sollte die Pumpe kaputt gehen. In diesem Fall hätten wir mit einem zusätzlichen Basalinsulin und unserem Bolusinsulin die Ferien gut überbrücken können.

Wie sonst auch, packten wir die doppelte Menge an allem ein. Hinsichtlich der Katheter hatten wir einige Jahre zuvor in einem Urlaub lernen müssen, dass man lieber aus zwei verschiedenen Verpackungen Material mitnimmt, damit man nicht eine defekte Charge erwischt.

Der Urlaub startete wunderbar, und nach der ersten Nacht stand morgens ein Routine-Sensorwechsel an. Nur normal verlief der leider gar nicht. Wir setzten den ersten Sensor und bekamen sofort eine Fehlermeldung, dass dieser sich nicht koppeln lassen könne. Durch einiges Suchen im Internet stießen wir auf einen Lifehack, der eingeschlafene Sensoren wieder aufweckt. Wir dachten uns, ein Versuch ist es allemal wert, wollten wir doch auf jeden Fall den Sensor nutzen, um weiterhin unsere Ersatzsensoren sicher zu haben.

Kurzzeitig sah es so aus, als könnte der Trick funktionieren, aber nach einer guten halben Stunde war klar: Das wird so nichts.

Also einen neuen Sensor setzen. Doch auch dieser meldete schnell ein Koppelproblem. Wir stellten fest, dass bei beiden Sensoren der Faden rausschaute. Das war uns noch nie passiert. Somit war klar: Noch ein Sensor ist verfügbar; das reicht nicht für den gesamten Urlaub, wenn dieser überhaupt funktionieren würde.

Wir riefen die Hotline an, um uns zu erkundigen, wie und wo wir nun auf Island an neue Sensoren kommen könnten. Die ernüchternde Antwort: nach Island liefern wir nicht. Jedoch wurde auch schnell klar, dass der Sensorfehler wohl an der Charge lag. Somit setzen wir mit leichter Verzweiflung den letzten Sensor, wohlwissend, dass er dieselbe Chargennummer trug.

Ein Glück, kein Faden war zu sehen, und nach kurzer Zeit kamen die ersten Werte rein. Uns fiel ein Stein vom Herzen. Aber klar war natürlich auch, der Sensor hält nicht bis zum Ende der Reise.

Genug Material zum blutig Messen hatten wir dabei, aber lieber wollten wir natürlich nach Alternativen suchen. Die Überlegung, uns einen Sensor nachsenden zu lassen, verwarfen wir recht schnell, da durch unsere Rundreise nicht klar absehbar war, wann wir wo sind, und durch die Feiertage auch nicht ersichtlich war, wie lange ein Paket nach Island brauchen würde.

Wir versuchten unser Glück bei einem anderen Sensorhersteller, kamen aber auch nicht weiter.

Letztendlich entschieden wir uns, die letzten 2 Tage ohne Sensor mit Blutigmessungen zu überbrücken. Der aktuell gesetzte Sensor wurde gehegt und gepflegt, wie zuvor noch kein anderer. Bei jedem Baden – auf Island badet man oft, denn überall gibt es sogenannte Hot Pots mit heißem Wasser, die zum Baden einladen – wurde der Sensor mehrmals abgeklebt und zusätzlich mit einem Band geschützt. Und der Sensor lief auch die gesamte Zeit, und noch die Toleranzzeit, und sendete zuverlässig Werte.

Wie schön diese kontinuierlichen Werte sind, und wie wertvoll es ist, Tendenzen anhand der Blutzuckerkurve zu sehen, wurde uns bewusst, als die Zeit des blutig Messens begann. Die erste Nacht war der Horror, ich bekam den Blutzuckerwert unseres Sohnes kaum nach unten korrigiert. Tagsüber klappte es ganz gut. Unser Sohn achtete gut auf sein Körpergefühl und konnte immer zuverlässig eine angehende Unterzuckerung benennen. Dafür war die Sensorpause vielleicht auch gar nicht so schlecht, einfach mal wieder mehr auf den Körper zu hören, sich nicht nur auf die Technik verlassen.

Aber ganz allgemein empfinde ich eine große Dankbarkeit für die Technik, die das Diabeteshandling deutlich vereinfacht. Wie Pumpe und Sensor gemeinsam, vor allem nachts, den Blutzucker unseres Sohnes in die Spur bringen, und wie man sich generell auf Blutzuckerwerte und den Verlauf verlassen kann.

Es war ein wunderschöner Urlaub in Island, ein traumhaftes Land mit atemberaubender Natur! Beim nächsten Mal werde ich aber sicherheitshalber nochmal 1-2 Sensoren mehr einpacken, um ganz sicherzugehen.

Vom Reisen abhalten wird uns der Diabetes aber auf keinen Fall!

Wer Tipps und Tricks zum Reisen mit Diabetes sucht: Auf unserer Internetseite gibt es ein paar hilfreiche Informationen.
Hier haben wir allgemeine Informationen plus Checkliste für Euch.
Hier haben wir sozialrechtliche Informationen inklusive ärztliche Bescheinigung für Euch.

In diesem Sinne allen eine schöne Urlaubs- und Reisezeit!

Anica Towae, Vorstand des DBW für das Ressort Kinder, Jugend & Familie

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