Gründung des Fachbeirat Diabetes
Jahrelang bemühte sich die baden-Württembergische Diabetes-Fachgesellschaft ADBW, in der Landespolitik mehr Gehör für die Probleme der Diabetesversorgung zu finden. Eine 2012 von der ADBW organisierte Podiumsdiskussion im Literaturhaus Stuttgart mit Landespolitikern (u.a. war Manne Lucha als Landtagsabgeordner dabei) bahnte dazu den Weg.
Im nächsten Schritt konnte 2013 die ADBW den leitenden Ministerialrat Dr. Jürgen Wuthe aus dem damals von Katrin Altpeter geführten Sozialministerium in ihre jährliche Strategiekonferenz einladen. Die dort intensiv geführte Diskussion und überzeugende Argumente führten dazu, dass gegen anfängliche Bedenken im Ministerium 2014 ein Fachbeirat Diabetes bei der Landesregierung eingerichtet wurde.
Schon zur ersten Sitzung war der DBW (damals DDB LV BW) eingeladen. Und im folgenden Jahr verkündete Frau Ministerin Altpeter einen gemeinsam unter Einbeziehung der Selbsthilfe-Vertreter entwickelten „Aktionsplan Diabetes“ der Landesregierung mit dem Gesundheitsziel „Diabetes mellitus Typ 2 – Risiko senken und Folgen reduzieren“.
Die Stimme des DBW wird gehört
Auch bei allen weiteren Aktivitäten war der DBW präsent. Bis zur Pandemie gab es jährlich zwei Sitzungen, und es tagten in der Zwischenzeit dort beschlossene Arbeitsgruppen zu einzelnen als wichtig erkannten Problemen. Leider erschwerten dann die Pandemie und Wechsel der Verantwortlichen im Sozialministerium die Arbeit.
Schwierig waren auch die unterschiedlichen Interessen und Ansichten der Akteure, besonders zwischen den Vertretern der Ärzte in ADBW, Universitäten und Kassenärztlicher Vereinigung auf der einen und den Kassenvertretern auf der anderen Seite. Dies führte leider dazu, dass manche Stellungnahmen nicht von den Kassen unterstützt wurden, zum Beispiel zu den Problemen der stationären Diabetesversorgung. Ein schlüssiges und in der Erprobung gut funktionierendes Konzept der Organisation einer Zweitmeinung bei geplanter Amputation bei Diabetischem Fuß scheiterte, da die Finanzierung nicht gesichert werden konnte. Eine Stellungnahme zur geplanten Krankenhaus-Strukturreform blieb im laufenden, durch das Ampel-Aus inzwischen offenbar gestoppten Gesetzgebungsverfahren ungehört. Die Bedenken gegenüber den geplanten Regelungen wurden in der letzten Sitzung des Fachbeirats noch einmal nachdrücklich angesprochen.
Das Bestreben, das Thema „Diabetes“ in die Kommunalen Gesundheitskonferenzen zu tragen war ebenfalls nicht erfolgreich, da hier die Landkreise selbst entscheiden können. Ein in der Stadt Stuttgart erfolgreiches Konzept zur Verhinderung der lebensbedrohlichen Ketoazidose bei erstem Auftreten eines Diabetes wurde in ganz Baden-Württemberg ausgedehnt, blieb dann aber weniger erfolgreich. So blieben in den letzten 10 Jahren die Erfolge des Fachbeirats begrenzt.
Wie aber vor Kurzem bei der Jubiläums-Sitzung festgestellt werden konnte, gelang es durch den Fachbeirat, das Thema „Diabetes“ in die Sozialpolitik des Landes zu bringen, dazu eine wichtige Sensibilisierung zu erreichen und die Probleme und Akteure zusammenzuführen. Ein kurzer Bericht der Landesregierung zeigt einige der Aktivitäten auf, an denen der DBW erfolgreich mitgewirkt hat: Fachbeirat Diabetes
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Autor: Dr. Albrecht Dapp