Mit 5 Jahren erhielt er die Diagnose Typ-1-Diabetes

Unsere Erfahrungen mit Kindergarten und Einschulung

Foto von Emil mit Schultüte

Emil zur Einschulung (E. Völker)

Fast genau drei Jahre sind vergangen, seit bei unserem jüngsten Sohn im Alter von fünf Jahren Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurde. Unser Alltag wurde dadurch von einem auf den anderen Tag vollständig auf den Kopf gestellt.

Eine DIAschulisch-Schulung im Kindergarten sorgte für einen guten Start

Nach etwa zehn Tagen im Krankenhaus wurden wir nach Hause entlassen, um unseren neuen Alltag mit Sensor und Insulinpumpe zu bewältigen. Unser Kindergarten war zum Glück direkt kooperativ und versicherte uns, dass unser Sohn weiterhin kommen dürfe und wir alles gemeinsam bewältigen könnten. Circa vier Wochen nach der Diagnose begannen wir mit einer kleinen Eingewöhnung. Zur Sicherheit arbeitete ich in dieser Zeit vom Kindergarten aus und war bei Bedarf sofort einsatzbereit. Die Erzieherinnen wurden zusätzlich vom Diabetikerverband Baden-Württemberg geschult (DIAschulisch), sodass die Abläufe meist besser funktionierten als erwartet. Dennoch wurde in Absprache mit der Kitaleitung ein Antrag auf eine Integrationskraft bei der Krankenkasse gestellt, da sich im Alltag ein höherer Aufwand zeigte als zunächst angenommen. Dieser wurde glücklicherweise schnell genehmigt und die Stelle zügig besetzt. So erhielt unser Sohn eine großartige Unterstützung bei der Blutzuckerüberwachung und der Insulindosierung, inklusive des Abwiegens der Mahlzeiten.

Der frühe Kontakt zur Schule war hilfreich

Im September 2024 wurde unser Sohn eingeschult. Bereits Anfang 2024 hatten wir Kontakt zur Schule aufgenommen und sie über die Erkrankung unseres Sohnes informiert. Schnell stellte sich heraus, dass der Wunsch nach einer Schulbegleitung bestand. Dieser Wunsch entstand nicht aus Angst vor zusätzlichem Aufwand, sondern vielmehr, um unserem Sohn den bestmöglichen Start in die Schule sowie optimale Voraussetzungen zum Lernen zu bieten. Wir hatten Glück und konnten die Schulbegleitung schnell beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Stuttgart finden. Vor Schulbeginn wurden sowohl die Klassenlehrerin als auch die Schulbegleitung von mir geschult und mit allen notwendigen Informationen zu Pumpe, Sensor sowie den Handlungsbedarf bei Blutzuckerwerten versorgt. So startete unser Sohn erfolgreich in die Schule. Einige Monate später wurden alle Lehrer der Klasse erneut durch DIAschulisch geschult, und auch die Klassenkameraden wurden über die Erkrankung informiert.

Auch der Sportunterricht konnte gemeistert werden

Wenn die Schulbegleitung nicht anwesend ist, unterstützt die Klassenlehrerin unseren Sohn, und wir stehen bei Bedarf im Austausch. Vor dem Sportunterricht informiere ich entweder meinen Sohn oder den Sportlehrer, falls der Blutzucker niedrig ist. Mittlerweile erinnern ihn auch die Mitschüler daran, etwas zu nehmen, wenn das Handy klingelt. Natürlich kommt es vor, dass ich an manchen Tagen in die Schule kommen muss, wenn der Katheter oder Sensor nicht mehr funktioniert. Das passiert jedoch glücklicherweise nur sehr selten.

Mit der Zeit kam eine gewisse Routine auf

Obwohl ich anfangs den Blutzucker-Verlauf während der Schulzeit noch sehr häufig kontrollierte und eingriff, habe ich im Laufe des Schuljahres gelernt, Vertrauen in meinen Sohn, die Schulbegleitung und die Lehrer zu entwickeln. Wir sind dankbar, dass wir den Weg der Schulbegleitung gewählt haben, weil unser Sohn sich so auf das Lernen konzentrieren kann und wie ein Kind ohne Erkrankung aufwachsen darf. Nichtsdestotrotz versuchen wir, ihn immer mehr einzubinden und ihm zunehmend Verantwortung im Diabetes-Management zu übertragen.

Eva Völker

 

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