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Mehr Corona-Infizierte wegen Blutdrucksenkern?

Meldungen verunsichern Menschen mit Bluthochdruck

Aktuelle Nachrichten, die Blutdrucksenker ACE-Hemmer und Sartane könnten eventuell eine Infektion mit den Corona-Virus begünstigen, verunsichern auch viele Diabetiker, die unter Bluthochdruck leiden. Was ist dran an den Gerüchten?

Die Veröffentlichung in der Zeitschrift Nature Reviews Cardiology Anfang März schlug hohe Wellen. Die Autoren einer chinesischen Studie vermuten, dass verschiedene Medikamente - wie beispielsweise ACE-Hemmer - Strukturen auf der Oberfläche von Zellen in der Lunge, im Herz, dem Darm und den Blutgefäßen erhöhen, die eine Infektion mit Covid-19 begünstigen könnten, sozusagen als Eintrittspforte in den menschlichen Organismus.

Weitere unter Verdacht stehende Medikamente sind Blutdrucksenker aus der Gruppe der Sartane und die Diabetesmedikamente Insulinsensitizer (Glitazone). Glitazone werden zur Behandlung von Diabetes Typ 2 eingesetzt. Sie regulieren Aufnahme des Blutzuckers in das Körpergewebe.

ACE-Hemmer und Sartane weiter einnehmen

Kardiologische Fachgesellschaften, wie die Schweizerische Gesellschaft für Kardiologie, die Schweizerische Hypertonie Gesellschaft und die Hochdruckliga, haben jetzt dazu Stellung bezogen und warnen ausdrücklich davor, Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen.
So gäbe es diverse Daten, dass es gerade diese Strukturen auf der Zelloberfläche sind, welche Herz und Gefäße schützen.

Datenlage rechtfertigt kein Absetzen der Medikamente

Zum einen gibt es Studien, denen zufolge genau diese Medikamente sogar vor einem Lungenversagen schützen könnten, zum anderen dürfe nicht unterschätzt werden, dass das Absetzen von Blutdrucksenkern zu hohen Gesundheitsrisiken führt. Die Deutsche Hochdruckliga rät zur Besonnenheit. „Die derzeitige Datenlage rechtfertigt kein Absetzen der Medikamente“, so Prof. Dr. Florian Limbourg, Hannover, von der Deutschen Hochdruckliga.

„Der mögliche schädliche Einfluss von Blutdrucksenkern auf Virus-Infektanfälligkeit ist äußerst spekulativ. Hingegen könnten Blutdrucksenker bei schweren Verläufen Leben retten“, erklärt Limbourg. Der Experte warnt ausdrücklich vor dem Absetzen oder der Reduktion der Dosis ohne vorherige Abstimmung mit dem Arzt. Insbesondere bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten könnte es sonst zu schweren Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommen.

Blutzucker jetzt besonders gut überwachen

Menschen mit Bluthochdruck und Diabetes haben insgesamt ein höheres Risiko für einen schlechteren Krankheitsverlauf. Dies könnte laut verschiedenen Experten unter anderem daran liegen, dass Menschen mit diesen Erkrankungen im Schnitt älter sind als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wichtig für alle Diabetiker ist eine möglichst gute Einstellung der Zuckerwerte, um das Infektionsrisiko so niedrig wie möglich zu halten.

Entwarnung auch bei Ibuprofen

Und was ist mit Ibuprofen, das auch in Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf mit Corona gebracht wird? Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten hat dazu eine klare Meinung: „Es gibt keine Daten dazu. Dieses Virus ist zwar neu, aber andere Coronaviren und andere Erkältungsviren kennt man. Und auch da gibt es keinen Hinweis darauf, dass Ibuprofen irgendwas verschlechtern würde. Ich glaube das wüsste man inzwischen, wenn das so wäre.“


Bild:  ©tomwieden auf Pixabay

 

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