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Vergleichende Studie zur Lebenserwartung insulinpflichtiger Typ-2-Diabetker

Humaninsulin oder Insulinanaloga – Benutzer leben gleich lang

Menschen mit Typ-2-Diabetes leiden häufiger an Herzerkrankungen als andere Menschen. Nicht zuletzt deswegen ist ihre Lebenserwartung etwas verringert. Lange wurde darüber diskutiert, ob die Art des Insulins einen Einfluss haben könnte.

Humaninsuline oder Insulinanaloga – womit leben insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker länger? Um diese Frage zu beantworten starteten US-Forscher eine groß angelegte Studie an über 120.000 Amerikanern mit Typ-2-Diabetes.

Überwiegende Mehrheit bekam Humaninsulin

Das Alter der Untersuchten war weit gestreut von 21 bis 89 Jahren. Das Durchschnittsalter lag bei knapp 60. Der Body Mass Index von 32 zeigt, dass viele von ihnen unter Übergewicht oder Adipositas litten. Es nahmen ungefähr gleich viele Männer wie Frauen an der Studie teil.

Mit über 100.000 wurde die überwiegende Zahl der Studienteilnehmer mit Humaninsulinen behandelt, die restlichen knapp 20.000 mit Insulinanaloga. Verglichen wurde zum einen die allgemeine Todesrate, zum anderen wurde die Rate an Herzinfarkt, Schlaganfällen und Herzversagen zwischen den beiden Gruppen verglichen.  

Etwa gleich viele Todesfälle in beiden Gruppen

Innerhalb des Untersuchungszeitraums von zweieinhalb Jahren verstarben rund 5.400 Studienteilnehmer. Dabei zeigte sich, dass die Sterblichkeit in beiden Gruppen etwa gleich hoch war, auch dann, wenn man nur die Todesfälle aufgrund von Herzkreislauferkrankungen berücksichtigt.

Die Autoren der Studie kommen daher zu dem Schluss, dass es hinsichtlich der Lebenserwartung keinen Unterschied macht, ob man ein Humaninsulin oder ein Insulinanalogum verordnet bekommt. Die Forscher schlagen vor, dass bei der Entscheidung für oder gegen ein Insulin andere Dinge eine wichtige Rolle spielen sollten, wie ein dauerhaft gut eingestellter Blutzucker, das Vermeiden von Unterzucker, die Handhabung für den Patienten in seinem Alltag und auch die Behandlungskosten. Insulinanaloga sind deutlich teurer und werden in den USA eher zurückhaltend eingesetzt.

So werden Humaninsuline hergestellt ...

Humaninsulin gibt es seit den 1980er Jahren und wird synthetisch hergestellt, indem man die Gene für Insulin in Bakterien oder Pilze einschleust. Chemisch ist es mit dem natürlichen Insulin identisch, die Wirkung tritt aber erst eine halbe bis zweieinhalb Stunden später ein und hält mehrere Stunden an. Einige Humaninsulinen werden so verändert, dass sie die Wirkung noch verzögerter eintritt. Man spricht hier von Basalinsulinen. Der Blutzucker lässt sich auch mit einem Humaninsulinen gut einstellen. Man muss dazu jedoch Diät führen und den Abstand zwischen Essen und der Insulingabe ziemlich genau einhalten.

... und so Insulinanaloga

Insulinanaloga sind in der Natur normalerweise nicht vorkommende, künstliche Abwandlungen des Hormons Insulin. Dabei wird zwischen zwei Gruppen von Insulinanaloga unterschieden, denen die kurzwirksam sind und nur wenige Stunden anhält und denen die langwirksam sind. Die Wirkung letzterer klingt erst nach rund 24 Stunden ab. In Deutschland werden insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern zunehmend Insulinanaloga verordnet.


Bild:  ©Eeasyc from Pixabay

 

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