Was ist Diabetes? Ursachen, Symptome, Formen & Hilfe bei der Diagnose

Verfasst von: Andreas Kneiphoff (MarketingÖA), fachlich geprüft von Dr. Albrecht Dapp (Internist und Diabetologe)

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper den Zucker (Glukose) im Blut nicht mehr richtig verarbeiten kann. Ursache ist ein Mangel an Insulin oder eine verminderte Wirkung des Hormons. Dadurch bleibt der Blutzucker ohne Behandlung dauerhaft erhöht.

Diabetes ist mehr als eine reine Zuckerstörung. Die Diagnose betrifft nicht nur den Körper, sondern auch den Alltag, die Psyche und das gesamte Leben. Mit dem richtigen Wissen, medizinischer Begleitung und Unterstützung lässt sich jedoch ein gutes und erfülltes Leben mit Diabetes führen.

Inhaltsverzeichnis:

Ein Überblick über die wichtigsten Diabetesformen

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Was sind erste Anzeichen und Symptome von Diabetes?

Diabetes entwickelt sich oft langsam. Viele Menschen merken zuerst gar nicht, dass etwas nicht stimmt. Es gibt aber einige typische Anzeichen, auf die man achten sollte:

  • Starker Durst und häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit und fehlende Energie
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust (vor allem bei Typ 1)
  • Verschwommenes Sehen
  • Langsam heilende Wunden oder häufige Infektionen
  • Trockene Haut oder Juckreiz

Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Wer solche Symptome bei sich bemerkt, sollte aber einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Ein einfacher Bluttest kann zeigen, ob der Blutzucker zu hoch ist.

Was passiert bei Diabetes im Körper?

Unser Körper braucht Energie, um zu funktionieren. Diese Energie bekommt er aus der Nahrung.
Beim Essen entsteht Zucker, genauer gesagt Glukose.

Die Glukose gelangt ins Blut. Damit sie aus dem Blut in die Körperzellen kommt, braucht der Körper Insulin.
Insulin wirkt wie ein Türöffner: Es öffnet die Türen der Zellen, damit die Glukose hineinkommt.

Bei Diabetes passiert eines von zwei Dingen:

  • Der Körper bildet zu wenig oder kein Insulin
  • oder das Insulin wirkt nicht richtig

Die Folge: Die Glukose bleibt im Blut. Der Blutzucker steigt an. Auf Dauer kann das dem Körper schaden.

Schaubild des Zuckerstoffwechsels

Abb.1: Zuckerstoffwechsel (ADBW/Dr. A. Dapp)

Was ist der Unterschied zwischen Glukose, Insulin und Blutzucker?

Die Begriffe Glukose, Insulin und Blutzucker werden oft durcheinandergebracht, obwohl sie unterschiedliche Dinge beschreiben und unterschiedliche Aufgaben haben. Bei Diabetes stimmt das Zusammenspiel dieser drei nicht mehr richtig:

  • Glukose ist der Zucker, der aus der Nahrung ins Blut gelangt und den Zellen als Energie dient.
  • Insulin ist das Hormon, das dafür sorgt, dass die Glukose aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird.
  • Blutzucker beschreibt die Menge an Glukose, die zu einem bestimmten Zeitpunkt im Blut vorhanden ist.

So funktioniert es:

Glukose ist der Zucker, Blutzucker ist seine Messung im Blut, und Insulin ist der Schlüssel, der die Zellen öffnet, damit der Zucker hinein kann.

Diagnose: Wie wird Diabetes festgestellt?

Diabetes kann jeden treffen – Kinder, Erwachsene oder Senioren. Oft bemerkt man ihn erst spät, weil die ersten Symptome wie Müdigkeit, starker Durst oder häufiges Wasserlassen leicht übersehen werden.

Die gute Nachricht: Mit einfachen Tests kann man Diabetes früh erkennen. So wissen Sie schnell, ob Handlungsbedarf besteht.

Auf Diabetes testen: Blutzuckertest, HbA1c, Glukosebelastungstest

Die wichtigsten Tests:

  1. Blutzuckertest
    Ein einfacher Bluttest misst, wie hoch der Zucker in Ihrem Blut gerade ist. Er kann nüchtern (vor dem Frühstück) oder zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen.
  2. HbA1c
    Dieser Test zeigt, wie hoch der Blutzucker in den letzten 2-3 Monaten war. Er gibt einen Überblick über die langfristige Zuckerbelastung.
  3. Glokusebelastungstest
    Bei diesem Test trinken Sie eine süße Lösung. Danach wird in bestimmten Abständen gemessen, wie gut Ihr Körper den Zucker verarbeitet.

Was bedeuten die Werte?

Die Messergebnisse zeigen, ob Ihr Blutzucker normal, leicht erhöht (Prädiabetes) oder deutlich erhöht (Diabetes) ist.

TestNormalPrädiabetesDiabetes
Nüchternblutzucker<100 mg/dl100–125 mg/dl≥126 mg/dl
HbA1c<5,7%5,7–6,4%≥6,5%
Glukosebelastungtest<140 mg/dl140–199 mg/dl≥200 mg/dl

Was sollte man bei Verdacht auf Diabetes tun und beachten?

Wenn Sie glauben, dass Sie oder ein Angehöriger Diabetes haben könnten:

  • Frühzeitig zum Hausarzt (hat die Koordinationspflicht) gehen
  • Symptome und Gewohnheiten notieren (Essen, Trinken, Medikamente)
  • Nach Blutzuckerwerte-, HbA1c- oder Glukosebelastungstest fragen
  • Selbsthilfegruppen aufsuchen, um Tipps und Erfahrungen zu sammeln
Schreiben Sie uns Ihre Frage oder rufen Sie uns an

Was sind Ursachen und Risikofaktoren für Diabetes?

Diabetes entsteht nicht durch eine einzige Ursache. Oft kommen mehrere Faktoren zusammen.
Manche davon können wir beeinflussen, andere nicht. Wichtig ist: Niemand trägt allein „Schuld“ an seiner Erkrankung.

Ein besseres Verständnis der Ursachen hilft, Risiken einzuordnen und den eigenen Weg mit Diabetes bewusster zu gestalten.

 

Diabetes Ursache Nr. 1 - Die Genetik

Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken, weil es die Erkrankung bereits in der Familie gibt.
Das nennt man genetische Veranlagung.

Das bedeutet, Diabetes wird nicht direkt vererbt, aber die Anfälligkeit dafür kann weitergegeben werden.

Wer nahe Verwandte mit Diabetes hat, sollte aufmerksam sein. Das Risiko ist höher – aber Diabetes ist nicht unausweichlich.

Daher sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Hier finden Sie einen Fragebogen, der Ihnen schon etwas zu Ihrem individuellen Diabetes-Risiko sagen kann: FindRisk-Fragebogen

Abbildung der ersten Seite des Find-Risk-Fragebogens

Diabetes-Risiko-Fragebogen

So funktioniert es:

Genetik erhöht das Risiko – sie entscheidet nicht allein.
Lebensstil und andere Faktoren spielen ebenfalls eine große Rolle.

Darstellung der Risikofaktoren für Diabetes im Alltag

Risikofaktoren für Diabetes (ChatGPT)

Diabetes Ursache Nr. 2 - Der Lebensstil

Der Lebensstil hat einen großen Einfluss, vor allem bei Diabetes Typ 2.
Dazu gehören:

  • wenig Bewegung
  • unausgewogene Ernährung
  • starkes Übergewicht
  • dauerhafter Stress

Diese Faktoren können dazu führen, dass Insulin im Körper nicht mehr richtig wirkt.
Der Zucker bleibt dann im Blut – der Blutzucker steigt.

Das Gute daran:
Viele Lebensstil-Faktoren lassen sich schrittweise verändern. Schon kleine Schritte können viel bewirken.

Bewegung und Ernährung können unterstützen.

Diabetes Ursache Nr. 3 - Schwangerschaft

Manche Frauen entwickeln während der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes oder Typ-4-Diabetes genannt).
Dieser tritt auf, weil sich der Hormonhaushalt stark verändert.

In den meisten Fällen bleibt die Mutter zunächst gesund und der Diabetes verschwindet nach der Geburt wieder.

Aber:
Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben später ein erhöhtes Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Auch für das Kind kann das Risiko steigen.

Deshalb sind Nachsorge und Information besonders wichtig.

So funktioniert es:

Schwangerschaftsdiabetes wird meist durch Vorsorgeuntersuchungen erkannt. Eine gute Betreuung schützt Mutter und Kind. In der Regel endet der Diabetes mit der Geburt des Kindes.

Darstellung, was Autoimmunerkrankung bedeutet

Autoimmunerkrankung (ChatGPT)

Diabetes Ursache Nr. 4. - Autoimmunprozesse

Bei manchen Formen von Diabetes, besonders bei Diabetes Typ 1, spielt das Immunsystem eine entscheidende Rolle.

Normalerweise schützt das Immunsystem den Körper.
Bei einem Autoimmunprozess passiert etwas anderes:

Warum das geschieht, ist noch nicht vollständig geklärt.
Genetik und äußere Einflüsse spielen vermutlich zusammen.

Autoimmunprozesse sind nicht durch den Lebensstil verursacht.

Welche Folgen kann eine unbehandelte Diabetes Erkrankungen haben?

Diabetes ist gut behandelbar. Bleibt die Erkrankung jedoch über längere Zeit unerkannt oder unbehandelt, kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker dem Körper schaden. Die Folgen entwickeln sich oft langsam. Viele Betroffene merken sie erst spät.

Wichtig ist: Gute Behandlung und regelmäßige Kontrolle können viele dieser Folgen verhindern oder verzögern. Wissen hilft, frühzeitig zu handeln.

Diabetes Folge 1: Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ein dauerhaft hoher Blutzucker belastet die Blutgefäße. Sie werden mit der Zeit enger und weniger elastisch.
Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dazu gehören:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Durchblutungsstörungen, zum Beispiel in den Beinen

Menschen mit unbehandeltem Diabetes haben ein deutlich höheres Risiko für diese Erkrankungen. Eine gute Blutzuckereinstellung, Bewegung und medizinische Begleitung sind daher besonders wichtig.

Diabetes Folge 2: Nervenschäden, Sehstörungen, Nierenschäden

Hoher Blutzucker kann feine Nerven und kleine Blutgefäße schädigen.
Diese Schäden betreffen häufig mehrere Bereiche des Körpers.

Mögliche Folgen sind:

  • Nervenschäden: Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen, vor allem in Füßen und Händen
  • Sehstörungen: Veränderungen an der Netzhaut, die das Sehvermögen beeinträchtigen können
  • Nierenschäden: Die Nieren können ihre Filterfunktion verlieren

Diese Veränderungen entstehen meist schleichend. Regelmäßige Untersuchungen helfen, Schäden früh zu erkennen und gegenzusteuern. Hier gibt es mehr Infos zu Folgeerkrankungen: Folgeerkrankungen vorbeugen

Diabetes Folge 3: Psychische Belastung

Diabetes betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die seelische Gesundheit. Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes kann psychisch stark belasten.

Viele Betroffene erleben:

  • dauerhafte Sorge um die eigene Gesundheit
  • Erschöpfung und Überforderung
  • Angst vor Folgeerkrankungen
  • Gefühle von Hilflosigkeit oder Schuld

Diese Belastungen sind ernst zu nehmen.

Austausch mit anderen Betroffenen, Unterstützung durch Fachpersonal und Angebote der Selbsthilfe können helfen, mit diesen Gefühlen besser umzugehen. Mehr zu unseren Selbsthilfegruppen: Gruppen

Hilfe bei der Diagnose

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"Alleine wäre das sehr schwer geworden. Nach Außen bin ich immer selbstbewusst, aber innerlich war ich verunsichert. Ich hatte einfach kein Selbstbewusstsein mehr. Von meinem Hausarzt bin ich nach der Manifestation auf den DBW hingewiesen worden. Gerade am Anfang war der Verein für mich eine große Unterstützung. Ich kam schnell aus meiner Hilflosigkeit raus und wollte andere unterstützen."

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