Mit dem E-Rezept in der Apotheke gut versorgt

Arzneimittelversorgung zwischen Fortschritt und Alltagshürden

Mann löst E-Rezept in einer Apotheke ein

Mit der Gesundheitskarte in der Apotheke (Quelle: ABDA)

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das elektronische Rezept in Deutschland verpflichtend für verschreibungspflichtige Medikamente innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. So ist es seit über zwei Jahren fester Bestandteil des Versorgungsalltags – sowohl für Ärzt:innen, Apotheker:innen als auch Patient:innen.

Verschiedene Einlösewege stehen zur Verfügung

Patient:innen haben seitdem die Wahl, wie sie ihr E-Rezept einlösen möchten. In den allermeisten Fällen kommen sie mit der Versichertenkarte einfach in die Apotheke und erhalten dort die verordneten Arzneimittel. Gerade dieser Einlöseweg hat sich im Alltag als besonders praktikabel erwiesen: Die Versichertenkarte fungiert als „Schlüssel“ und gibt dem Apothekenteam direkt Zugriff auf die Verordnungen für die Patient:innen – ohne zusätzliche PIN oder Smartphone-App. So können auch Angehörige Rezepte zuverlässig einlösen und Medikamente abholen.

Papierrezepte sind noch nicht ausgestorben

Viele Menschen wollen es noch „digitaler“: Sie lösen das elektronische Rezept beispielsweise direkt über die E-Rezept-App der gematik⃰  online bei der Apotheke ihrer Wahl ein. Seit 2025 gibt es für die Vor-Ort-Apotheken auch das sogenannte CardLink-Verfahren: Einfach die Versichertenkarte ans Smartphone halten, und über spezielle Apps wird dann das Rezept an Ihre Apotheke weitergeleitet. Doch auch das gute alte Papierrezept kommt immer noch zum Einsatz – eben dann, wenn Versicherte keine elektronische Verordnung wünschen oder mit ihr nicht umgehen können.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Die gematik⃰  berichtet, dass inzwischen mehr als eine Milliarde E-Rezepte eingelöst worden sind. Doch leider kommt es beim E-Rezept immer wieder zu Ausfällen einzelner technischer Komponenten, die die Versorgung massiv beeinträchtigen und den Praxis- und Apothekenteams schwer zu schaffen machen. Auch an dieser Stelle fungieren Papierrezepte heute noch als unverzichtbare Notfall-Lösung, solange das E-Rezept nicht hundertprozentig stabil und sicher läuft.

Apotheker fordern Verlässlichkeit

Auch ist das E-Rezept manchmal viel langsamer als das frühere rosa Papierrezept. Wenn die E-Verordnungen nicht sofort elektronisch durch die Ärzte abgezeichnet werden, dauert es oft Stunden, bis das E-Rezept über die Gesundheitskarte in der Apotheke abgeholt werden kann. Hier und bei der Verlässlichkeit der technischen Komponenten sieht die Apothekerschaft noch dringenden Verbesserungsbedarf, um Patient:innen Wege und Wartezeiten zu ersparen.

Dieser Beitrag wurde vom LAV BW erstellt.

Sie wollen mehr über Digitalisierung und das E-Rezept erfahren, dann können Sie hier nachlesen:

  • *Wer ist die gematik:
    Die gematik ist die "Nationale Agentur für Digitale Medizin" in Deutschland. Sie entwickelt, spezifiziert und betreibt die Telematikinfrastruktur (TI) – das sichere, zentrale Netzwerk im Gesundheitswesen. Sie ist maßgeblich für die Einführung digitaler Anwendungen wie E-Rezept, E-Patientenakte (ePA) und elektronische Gesundheitskarte (eGK) verantwortlich. Die gematik besteht aus verschiedenen Gesellschaftern. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist Hauptgesellschafter mit 51 Prozent der Anteile. Weitere Gesellschafter sind Spitzenverbände der Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser, Apotheker und Krankenkassen.
  • Informationen der gematik zum E-Rezept für Versicherte: https://www.gematik.de/anwendungen/e-rezept
  • Portal mit Hintergrundinfos zum E-Rezept: www.das-e-rezept-ist-da.de/ 

 

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