Weihnachtsmarkt und Diabetes: wie es gelingen kann

Leckeres Essen und Diabetes passen nicht zusammen?

In unserer neuen Rubrik „Tipps und Tricks Rund um Ernährung“ verrät unsere Mitarbeiterin Maike- selbst Diabetes Typ 1- jeden Monat Tipps und Tricks, wie lecker und gesund mit Diabetes funktioniert.

Dabei geht es ihr nicht um eine strenge, stets gesunde Ernährungsweise, sondern sie betrachtet Ernährung als das, was es ist: Genuss. Deshalb berichtet sie persönlich und informativ, wie man Gerichte mit einem kleinen Trick verträglicher machen kann und berechnet für andere Diabetiker Gerichte in Tabellen.

 

Hallo, mein Name ist Maike und ich habe Diabetes Typ 1. Seit meiner Diagnose beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Ernährung. Daraus entstand meine Leidenschaft für das Backen und der Wunsch mich später auch beruflich mit dem Thema Gesundheit, Ernährung und Diabetes auseinanderzusetzen. Seit Oktober arbeite ich für den DBW und werde zukünftig Artikel für die neue Rubrik „Tipps & Tricks Rund um die Ernährung“ verfassen.

Die Vorweihnachtszeit beginnt schon bald und seit einigen Wochen liegen sämtliche Weihnachtsleckereien in den Regalen der Geschäfte. Auch die Adventskalender sind nicht mehr zu übersehen. Langsam macht man sich dann doch schon Gedanken über das Weihnachtsfest und fängt an zu planen welche Geschenke man verschenken möchte.

Ich gehe gerne auf den Weihnachtsmarkt, um dort das ein oder andere liebevoll gestaltete Geschenk zu besorgen. Natürlich gehört zu einem Weihnachtsmarktbesuch auch leckeres Essen und ein Gläschen Glühwein.

Aber wie manage ich meinen Diabetes auf dem Weihnachtsmarkt?
In Menschenmengen ist es nicht immer einfach den Blutzucker zu messen oder Insulin zu spritzen. Am einfachsten haben es hier die Diabetiker mit CGM/FGM und Insulinpumpe. Aber auch mit Blutzuckermessgerät, Teststreifen und Insulinpen lässt es sich gut hantieren.
In solchen Situationen dienen mir meine Freunde als Ablage und Sichtschutz und beobachten das Geschehen um mich herum, damit ich beim Spritzen nicht unglücklich gestoßen werde.

Eine größere Hürde ist es, das Essen im Auge zu behalten. Zwischen Bratwurst, Schupfnudel und gebrannten Mandeln verliert man leicht den Überblick über Kohlenhydrate und Kalorien.
Ich entscheide mich oft für eine Ofenkartoffel mit Kräuterquark, da ich nicht gerne Frittiertes esse und anhand der Größe der Kartoffel die Kohlenhydrate gut einschätzen kann.
Auch Schupfnudeln mit Sauerkraut sind eine kalorienärmere Option zu Pommes oder Kartoffelpuffer. Um Kohlenhydrate zu sparen, empfiehlt sich die klassische Bratwurst im Brötchen, da hier nur das Brötchen berechnet werden muss, oder auch ein herzhafter Crêpe mit Käse und Schinken.

 

Schwieriger wird es, den Spritz-Ess-Abstand einzuhalten.
Weihnachtsmärkte und ähnliche Veranstaltungen sind für mich Ausnahmesituationen, in denen ich es mit dem Spritz-Ess-Abstand nicht zu eng sehe. Oft muss man an einer langen Warteschlange anstehen, bis man sein Essen bekommt oder man entscheidet sich kurzfristig für ein anderes Gericht. Erfahrungsgemäß spritze ich deshalb erst, wenn ich mein Essen vor mir stehen habe. So kann ich die Portionsgröße besser einschätzen und umgehe auch einen möglichen Unterzucker während der Wartezeit (wenn es mal etwas länger dauert und man schon vor dem Bestellen gespritzt hat).

Nicht zu vergessen sind Glühwein und Punsch. Beides enthält große Mengen an Zucker. Punsch spritze ich wie gewohnt. Aber Vorsicht bei Glühwein und Co., bei mir führt Alkohol zur nächtlichen Unterzuckerung (ohne dass ich den Alkohol berechnet habe). Alkohol und Diabetes ist aber ein Thema für sich.

Lange bleiben die Hände und der Mund auch nicht leer, schon kommt der nächste Stand mit verführerisch duftenden gebrannten Mandeln und Magenbrot. Auch ich kann mich bei all den Leckereien nicht zurückhalten, allerdings denke ich auch an meinen Diabetes. Die ganze Packung muss es nicht gleich sein, aber einer Handvoll gebrannter Mandeln kann ich auch nicht widerstehen. Der Rest wandert gut verpackt in meine Tasche, so habe ich die nächsten Tage auch noch etwas davon.

Zwar wird es dieses Jahr wahrscheinlich keinen großen Weihnachtsmarkt geben, aber Grillhütten, Crêperien und Süßwaren-Stände werden vereinzelt anzutreffen sein.

Um euch das Schätzen und Berechnen einiger Speisen zu vereinfachen, habe ich noch eine kleine Übersicht für Bratwurst, gebrannte Mandeln und Co. erstellt.

Ich wünsche euch eine schöne Vorweihnachtszeit!

Eure Maike

 

 

 

Kalorien

Kohlenhydrate

Bratwurst mit Brötchen

456 kcal

30,8 g

Currywurst mit Brötchen

523 kcal

45,2 g

Portion Pommes (150 g)

498 kcal

49,5 g

Kartoffelpuffer mit Apfelmus (3 Stück)

544 kcal

58 g

Schupfnudel mit Sauerkraut (übliche Portion)

255 kcal

42 g

Crêpes mit Käse und Schinken

353 kcal

20,5 g

Ofenkartoffel mit Kräuterquark (1 große Kartoffel)

320 kcal

57 g

Zuckerwatte (klein)

20 kcal

5 g

Gebrannte Mandeln (100g)

525 kcal

39,3 g

Crêpes mit Zimt und Zucker

266 kcal

35,5 g

Schokokuss (1 Stück)

100 kcal

18 g

Magenbrot (100 g)

353 kcal

78,1 g

Lebkuchenherz (klein, 40 g)

147 kcal

34,8 g

Waffel (1 Stück, 100 g)

270 kcal

27,5 g

Maronen (100 g)

192 kcal

41 g