Dezember

Schon bald steht Weihnachten vor der Tür und die Wohnung duftet nach selbst gebackenen Plätzchen. Zimtsterne, Lebkuchen und Vanillekipferl wirken sich aber nicht nur auf den Blutzucker aus, sondern machen sich nach der Weihnachtszeit auch auf der Waage bemerkbar.

Als Typ 1 Diabetikerin ist Weihnachten für mich eine besondere Zeit. Ich bin ständig von Plätzchen umgeben und wandere an den Feiertagen von einem Festessen zum nächsten. Es fällt schwer, während dieser Schlemmerzeit den Diabetes und das Gewicht im Zaum zu halten. Für viele Typ 2 Diabetiker spielt das Gewicht eine wichtige Rolle und macht Weihnachten zu einer besonderen Herausforderung.

 

Wie meistere ich diese „Schlemmerzeit“?
Zuallererst: Macht euch keinen Stress mit dem Abnehmen. An Weihnachten wird das Essen zelebriert, man trifft sich mit der Familie und will sich keine Gedanken über das Kalorienzählen machen. Damit aber nach der ganzen Schlemmerei keine bösen Überraschungen auf der Waage warten, macht es durchaus Sinn sich im Voraus schon ein paar Gedanken über diese Zeit zu machen, denn wenn man einen Plan hat, ist es einfacher sich daran zu halten und muss sich nicht bei jedem Plätzchen die Frage stellen „Darf ich das noch essen?“. Oder man läuft sogar Gefahr, die Ernährung komplett über den Haufen zu werfen nach dem Motto: „wenn, dann richtig!“. Mit ein paar kleinen Tipps könnt Ihr Weihnachten ohne Reue genießen und ohne böse/große Überraschung auf der Waage nach den Feiertagen.

Abnehmen an Weihnachten? Macht das Sinn?
Auf alles zu verzichten ist keine Lösung. Die Versuchung wird immer größer und am Ende isst man aus Frust mehr als gut ist. Aber gar nicht darauf zu achten: was und wie viel man isst, ist auch keine gute Idee. Lieber ein bisschen darauf achten und das Gewicht halten, oder wirklich minimal zunehmen.

Wie behalte ich den Überblick?
Nun steht schon bald das erste große Festessen vor der Tür. Am einfachsten ist es natürlich, wenn man selbst Gastgeber ist. Man weiß, was es zu Essen gibt und kann sich vorab schon einen Überblick über Kohlenhydrate und Kalorien verschaffen. Gut wäre es dann, eine Version des Weihnachtsmenüs auszuwählen, die nicht nur so vor Fett und Kalorien trieft. Ein Menü aus Cremesuppe, Gänsebraten mit Kartoffelklößen und einem Sahneeis kann man gut durch eine selbstgemachte klare Gemüsesuppe (mit in sternformgebrachten Karotten und Zucchinischeiben), einen Putenbraten oder mageren Rinderbraten mit Petersilienkartoffeln und Rotkraut- eventuell noch eine weitere Gemüsebeilage z.B. Brokkoli- und als Dessert eine leichte Quarkcreme mit Beeren und Lebkuchenstreusel ersetzen.

Auch der Weihnachtsklassiker Würstchen und Kartoffelsalat lässt sich unkompliziert in eine „leichtere“ Version umwandeln. Den Kartoffelsalat mit einem Dressing aus Brühe, Essig und Öl anmachen und mit dünnen Salatgurkenscheiben verfeinern, anstelle eines fetthaltigen Dressings mit Mayonnaise. Dazu noch eine Gemüsebeilage z.B. einen Karottensalat servieren. Wer will nimmt fettreduzierte Würstchen.

Bei einer Einladung kann es sich etwas schwieriger gestalten. Aber auch das ist zu bewältigen. Mein Tipp: Erkundigt euch vorher beim Gastgeber, was er denn anbietet. So könnt Ihr für Euch im Voraus schon Gedanken über das Essen machen und sitzt später nicht völlig planlos vor dem vielen leckeren Essen.

 

Aufpassen solltet Ihr allerdings bei Soßen. Viele Soßen werden mit Stärke oder Mehl angedickt, das bedeutet, sie enthalten viele Kohlenhydrate und Kalorien.

Mein persönlicher Trick: die Hälfte des Tellers besteht aus Gemüse, ¼ aus der Kohlenhydratbeilage z.B. Kartoffel und ¼ aus der Proteinbeilage z.B. Braten. So bin ich durch das Gemüse gesättigt, die Kalorien halten sich in Grenzen und mein Blutzucker lässt sich einfacher kontrollieren.

Naschen ist erlaubt
Plätzchen und Süßigkeiten werden zu einer großen Versuchung, wenn man sie sich verbietet. Deshalb: Naschen ist erlaubt! Man sollte aber ein paar Regeln beachten, damit der Blutzucker und das Gewicht am Ende nicht darunter leiden. Plätzchen als Zwischenmahlzeit einbauen z.B. am Nachmittag zum Kaffee. Schon vor dem Kaffeekränzchen sich seine Portion Plätzchen beiseitestellen, dann hat man einen besseren Überblick und das ist eher gesättigt.

Mahlzeiten auslassen?
Und auch wenn es mal etwas mehr war als geplant… nicht fasten! Gerade bei Medikamenteneinnahmen ist es wichtig, die gewohnten Mahlzeiten nicht auszulassen, da viele Medikamente dann anders wirken oder auch die Wirkung geschwächt oder sogar verstärkt wird. Lieber etwas weniger frühstücken und nur eine kleine Portion zu Mittag essen, wenn am Abend eine Einladung zum Essen ansteht. So umgeht man Heißhungerattacken und unkontrolliertes Essen am Abend.

Bewegung
Zum Schluss habe ich noch diesen Tipp für euch: Bewegung in Form von Spaziergängen. Bewegung regt nicht nur die Verdauung an, sondern auch den Stoffwechsel und die Fettverbrennung. Ein Spaziergang nach dem Essen lässt den Blutzucker langsamer/nicht zu sehr ansteigen. Pluspunkt: Man kommt auf andere Gedanken und durch die Sonne steigt die gute Laune.

 

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